- Links
- Warum 3D?
- Die erste Skizze
- Das Template (Seamguides von SnowSultan)
- Erster Kopfrender
- Das Körpermuster
- Testrender Signum
- Korrekturen
- Weiter zum Sigil
- Das Kreuzworträtsel - Scriptura
- Render für die Tattooschemata
- Noch abschließend ein oder zwei Bemerkungen zu den Tätowierungen
Wer hierzu Fragen hat oder kommentieren möchte:
Hier gibt es einen eigenen Thread in unserem Forum, wo diskutiert werden kann.
Links
Warum 3D?
Zuerst einmal möchte ich kurz erklären, was ich benutze, um die Tätowierungen zu basteln.
Die meisten wissen sicher bereits, daß ich sehr viel mit Poser 5 und 6 arbeite. Darum ist das Programm auch Instrument meiner Wahl, wenn es um das Anfertigen der Engelstätowierungen geht.
Es ist sehr praktisch, die Tattoos einmal auf einer Art Schablone zu bauen um dann ein 3D-Modell immer wieder von verschiedenen Ansichten rendern zu können. Vergößerte Render von Problemzonen wie Kopf, Hand und Fuß sind so kein Problem.
Normalerweise benutze ich als Standardmodell eine ungemorphte Victoria 3 mit einer beliebigen Hauttextur als Unterlage. Über irgendwelche Morphs mache ich mir erst viel später - wenn es an die Tattooschemata geht - Gedanken.
Die erste Skizze
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| (c) 2005 Oliver Graute |
Am Anfang steht meist eine konkrete Skizze oder Skizzensammlung - in diesem Fall haben die Samaeliten ihren "Erstauftritt" mit Olivers Kopfskizze gehabt. Jeder Orden hat seine eigenen Problemzonen oder Stellen, wo die Zeichnung am dichtesten, am Verzwicktesten und am schwierigsten zu meistern ist.
Bei diesem Orden ist die Knobelstelle eindeutig der Kopf wegen der ausladenden Gesichtszeichnung zu beiden Seiten. Erinnert ein wenig an die Ramieliten, denke ich mir da.
Als ich die Skizze zugemailt bekam, ging es auch schon los. Schritt 1 war die Übertragung dieser Skizze auf das eigentliche Posermodell, meine Standardwahl: Victoria 3 von DAZ3D.
Das Template (Seamguides von SnowSultan)
Dieser bunte Kopf verdankt seine Existenz den Seamguides für das DAZ-Unimesh von SnowSultan (Renderosity). Mit Hilfe dieses bunt eingefärbten Templates kann ich recht genau bestimmen, welche Zone des Gesicht auf der 2D-Textur welcher Partie entspricht. Natürlich gibt es diese Texturierungshilfe auch für den Körper der V3. Eigentlich sind diese Seamguides dafür gedacht, Texturierern der Unimesh-Figuren die Arbeit zu erleichtern. Die bunt eingefärbten Zonen und farblich abgesetzten Säume zeigen, wo sich welche Partie des 3D-Meshs befindet. Enorm hilfreich, wenn man beispielsweise sehr feine Tattoos konstruiert, die sich um Hände oder Füße legen oder sich vom Hinterkopf aus den Rücken hinab fortpflanzen *g* Zur Veranschaulichung unten noch einmal das Gesichtstemplate in 2D:
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| (c) 2005 SnowSultan |
Da wie bereits erwähnt die Gesichtszeichnung der "Samis" (Arbeitstitel) der schwierigste Part ist, beginne ich gerne an der Problemzone, um mich dann langsam von oben nach unten über den Engel auszubreiten.
Um festzulegen, wo das E-förmige Zeichen verläuft, habe ich es auf dem gerenderten bunten Templatekopf dick und rot eingezeichnet.
Mit dieser kleinen Hilfe kann ich dann loslegen. Es folgen ca. 3 Stunden Detailarbeit mit diversen Malwerkzeugen, Anpassungen und Korrekturen, bis alles so sitzt, wie es soll.
Erster Kopfrender
Hier ist nach einigen Anpassungen der erste Testrender zu sehen, wo die Gesichtszeichnung sich endlich
in der richtigen Position befindet.
Ausgehend von dem seitlichen Kopzeichen habe ich mich nach oben vorgetastet. Man sieht, daß die mittlere "Stirnleiter" sich nach oben zu einer ziemlich verschlungenen und komplexen Kopfzeichnung ausweitet. Auf dieses Kopfgitter, das sich über Scheitel, Hinterkopf und bis hinter die Ohren und zum Hinterkopf hinab erstreckt, konzentriert sich vorerst auch die Arbeit.
Wichtig dabei ist in diesem Stadium, daß sich die Zeichnung am Hinterkopf nahtlos an die Linien im Genick anschließt - wieder einiges an Fummelarbeit.
Unten sind zwei kleinere Ausschnitte des bis jetzt existierenden Kopfgitters und der Gesichtszeichnung, wie beides in 2D auf dem Template aussieht:
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| Gesichtszeichnung | Kopfgitterausschnitt |
Das Körpermuster
Auf dieselbe Art wie ich die Kopfzeichnung gemacht habe, kommt nun natürlich die Körperzeichnung dran.
Die Grundzüge aller Engelstätowierungen an Kopf und Körper sind bis zu einem gewissen Grad gleich bzw. sehr ähnlich. Also kann ich mir hier ein kleines bißchen Arbeit ersparen und mich am Basismodell der Körperzeichnung bedienen. Da ich dieses Basismuster schon vor längerer Zeit angefertigt habe, muß ich es jetzt nur noch über das Körpertemplate kopieren und kann dann loslegen.
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| Ausschnitt Körpergitter |
Hier sieht man die weiterführenden Linien an Arm und Torso. Die kleinen Symbole sind auch schon vorhanden, besonders am Oberarmgitter an der Armunterseite sichtbar. Das Ganze setzt sich natürlich noch weiter unten am Körper und den Beinen fort. Und natürlich den Händen...
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| Zeichnung einer Handfläche |
Zuerst stelle ich die Signumszeichnung komplett fertig, ohne die kleinen Füllsymbole. Die kommen erst später dran und werden dann auf's geratewohl kreuz und quer über Kopf und Körper verteilt
Testrender Signum
Nachdem nun die Basis für die Tätowierung gelegt ist, kann die Detailarbeit beginnen.
Das heißt für mich: Auffüllen mit dem Kleinkram, vielleicht noch ein paar feine Linien hier und da ziehen. Die dicksten Linien der Zeichnung sind die Basislinien. Verbindungslinien und -bögen werden etwas dünner gezogen, die feineren Verästelungen mit dem dünnsten Strichtyp. Man könnte grob sagen, daß je höher die Zeichnungsstufe, desto dünner und feiner die Verzweigungen. Aber das wird man später noch an Sigil und Scriptura genauer sehen.
Nun, mit aufgefülltem Zeichengitter, geht es an die ersten echten Testrender:
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| Kopf Signum | Torso Signum |
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| Hand Signum | Beine und Füße Signum |
Diese Testrender gehen dann auf die Reise per Mail zu Olli Graute, zum Beaugapfeln und Korrigieren...
Korrekturen
Und Korrekturen kommen dann auch zurück, wo der Rotstift digital angesetzt wurde *g*
In diesem Fall muß ich an Kopf und Hände noch ein bißchen nachbessern:
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| Korrektur Kopf | Korrektur Hände |
Weiter zum Sigil
Nach den vorgenommenen Korrekturen ging es gleich etwas weiter und der "Sami" bekam die nächste Zeichnungsstufe verpaßt. Nirgendwo werden Engel so schnell befördert wie bei mir - Täufer Wacom ruht nie *g*
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| Sigil Detail Kopf | Sigil Detail Hände |
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| Sigil Detail Füße |
Weil es auf dem bunten Template langsam auch etwas unübersichtlich wurde vor lauter Linien und Zeichen, hab ich die bunte Unterlage etwas ausgebleicht, um zu sehen, was ich da überhaupt weiterzeichne.
Langsam wird es voll auf dem Engel. Bis zur Scriptura fehlt dem Herrn bzw. der Dame nicht mehr viel und ich sehe nur noch bunte Minizeichen und Linien, wenn ich die Augen zumache...
Das Kreuzworträtsel - Scriptura
Es wird Zeit, zum Schluß zu kommen, und eigentlich fehlt ja nur noch die letzte Zeichnungsstufe für die Damen und Herren.
Ich denke, es ist nicht mehr nötig, daß ich erkläre, was ich jetzt genau mache - wieder ne Menge Linien, Kurven und Symbölchen ansiedeln.
Zum guten Schluß sehen die Samaeliten doch wirklich aus wie eine Art Kreuzworträtsel: in fast jedem Kästchen ist ein Buchstäbchen oder in diesem Fall, ein merkwürdiges Symbol.
Abschließend gibt es noch einige Schnellrender vom Endergebnis. Die Bilder sehen merkwürdig aus, aber es erklärt sich schnell, wieso:
Unter den Tätowierungsstufen liegt das grau eingefärbte Texturentemplate, um die Orientierung zu erleichtern. Später wird es die farbkodierte Grundtextur für Kopf und Körper als Orientierungsholfe zum herunterladen geben. Beide Komponenten zusammen - Render und Textur - sollen helfen, die auf manchen Bilder nicht so gut sichtbaren Problemzonen aufzuzeigen. Beispielsweise Armunterseiten, Körperseite, Innenseite der Beine, etc.
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| Farbkodierte Gesamtansicht | Kopfansicht |
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| Hände | Beine und Füße |
Render für die Tattooschemata
Nachdem die Tätowierungen fertig sind (es gab noch 2 minimale Korrekturen wegen der Rücken- und Brustsymbole), kommt die richtige Arbeit und die Spaßphase dran:
Rendern für die eigentlichen Tattooschemata...
Für die Render brauche ich entsprechende Figuren - Victoria 3 ist das Modell einer erwachsenen Frau, die ich mit einigem Gerädel in die Form einer sehr jungen Erwachsenen gebracht habe. Scriptura-Stadium also.
Allerdings ist das Ergebnis und der Versuch, sie zu einer Jugendlichen oder gar zu einem Kind zu verbiegen eher suboptimal verlaufen. Daher sehen die früheren Tattooschemata in den jüngeren Stadien alle auch etwas zweifelhaft aus *g*
Also, um ein angemessenes Kindermodell oder das eines Teenagers hinzubekommen, habe ich mir Maddie, das (Vor-)Schulkind und Laura, den Teenager von DAZ3D genehmigt.
Problematisch ist hier nur, daß die Gesichter von Vicky, Maddie und Laura grundsätzlich unterschiedliche Ausgangsformen haben. Es wird also recht schwierig, die Gesichtszüge eines alternden Engels auf jeder Altersstufe so hinzubekommen, daß es wirklich nach derselben Person aussieht.
So ganz gelingt das nie, aber ihr müßt mir in dem Punkt einfach glauben: es ist immer derselbe Engel *schmunzel*. In diesem Fall heißt die Dame Theariel - aber das ist nur eine Randnotiz. Alle Modelle der Tattooschemata haben Namen und sind von meinen eigenen Charakteren oder der befreundeter Engelspieler abgeleitet.
Für die Flügel habe ich dieses Mal eine sehr schöne Alternative zu den sonst heftigst nachbearbeiteten Flügelfotos gefunden:
Seit etujedi bei DAZ3D seinen Legendary Griffin herausgebracht hat, bin ich um eine Verlegenheit ärmer. Die Flügel des Viechs sind so gut modelliert, daß ich sie relativ problemlos an meine Figuren pappen kann, um sie zu "verengeln".
Mit etwas Nachbearbeitung mit diversen Haarbrushes (Danke an Kandace Wright!) wirken Theariels Flügel um einiges echter als die ihrer armen Vorgänger.
Die Render zu diesen Schemata dauerten drei Ewigkeiten im Gegensatz zu denen der anderen Engelsorden. Zum einen waren da die Flügel, die auch gerendert werden wollten (unabhängig von Theariel - sonst hätte meine etwas schwächliche Renderbox doch wohl noch die Grätsche gemacht) und der Shader für Theariels Haut war recht verzwickt und beinhaltete ca. 5 weitere Texturen, die abgerechnet werden wollten. Im Schnitt saß ich für die Vollkörperrender etwa 10 Minuten da und drehte Däumchen. Bei Ausschnitten ging das ganze ca. 5 Minuten. Es rechnet sich schon hoch, wenn man die ganzen Detailrender mitzählt.
Und dabei waren dann noch längst nicht alle Ausschnitte auf dem Bild, die ich wirklich haben wollte - von Korrekturen gar nicht zu sprechen.
Nach 2 Tagen waren dann alle Render zusammen. Dann ging erstmal das "digitale Ausbürsten" der gerenderten Flügel los.
Im Original wirken die Render sehr statisch und künstlich und die Flügel sehen stellenweise nach akkurat gewellter Pappe aus. Man kann es hier und da noch erahnen, wenn man genauer hinguckt.
Nach dem Zusammenbauen des Engels für die Vollansichten und dem üblichen Herumgeschubse der Render auf den beiden Teilschemata kam nach 3 Tagen dann das endgültige Schema heraus (Link siehe oben).
Ich habe hier keine Bilder mehr eingefügt. Ich nehme an, ihr könnt euch vorstellen, wie das Ganze vonstatten ging :-D
Vorerst hab ich jetzt erst einmal genug von Liniensalat und Zeichenwüsten. Ich entschuldige mich bei den Poserianern, daß die Tattootexturen noch nicht da sind - das kommt noch nachträglich im lauf der kommenden Wochen.
Noch abschließend ein oder zwei Bemerkungen zu den Tätowierungen
Aus technischen Gründen, und weil Victoria, Maddie und Laura eben nicht ganz exakte menschliche Modelle sind, gibt es immer wieder Verzerrungen an einigen Körperpartien wie Ellbogen, Knien usw. Die Oberarmgitter beispielsweise liegen bestimmt nicht exakt an Stellen, die sich zu tätowieren lohnen würde (Ellbögen, Achsel). Auch sind die Minisymbole, mit denen die Gerüste aufgefüllt sind, eher willkürlich gewählt und am ehesten als virtuelles Getüpfel zu bezeichnen.
Die Schemata sind bestenfalls eine etwas aufwendigere Orientierungshilfe als das allerletzte Wort und Amen zu den Ordenstätowierungen.





















