Dieser Tip wurde eingereicht von StefanieKern:
- 1. Vorteil: Das Papier ist transparent (ach...)
- 2. Vorteil: Das Papier ist reißfest
- Drei kleine Hinweise noch
Auf Kims Anfrage hin mache ich hier mal ein Topic zum Thema "Zeichentechniken und Materialien" auf, dass sich - was meinen Kommentar betrifft jetzt erst mal auf das Zeichnen mit Buntstiften bezieht.
Zunächst einmal ein ganz heißer Tip, den ich selbst beim lieben Spell (PierreStoltenfeldt) geklaut habe und der sich nach einer initialen "Gewöhnungsphase" gerade beim Zeichnen von Engeln und ihren weißen Flügeln wirklich rentiert:
Anstelle von herkömmlichem Druckerpapier oder Pappe benutze ich sogenanntes "Transparentpapier" das zum Beispiel auch von Architekten für Blaupausen verwendet wird (Achtung, gemeint ist nicht das bunte Papier mit dem man früher Drachen gebastelt hat). Dieses Papier erhält man im Fachhandel zu leider recht gesalzenen Preisen, deswegen verkaufen die meisten Läden es auch primär Blattweise und nicht in Blöcken. Pro Blatt bezahlt man (je nach Stärke) 15-30 Cent, aber wie gesagt, es lohnt sich.
Das Papier verbucht eine ganze Reihe von Vorteilen für sich und wenn man nicht nach dem ersten Bild (mit dem man nicht zufrieden ist, weil man sich erst an das differente Verhalten der Stifte gewöhnen muß) die Flinte ins Korn wirft, kann man damit wesentlich brilliantere Ergebnisse erzielen.
1. Vorteil: Das Papier ist transparent (ach...)
Wer kennt das nicht... Uni, Langeweile, der karierte Block, ein Bleistift, man krizzelt und schafft ein Meisterwerk... auf dem Blatt mit den Lateinvokabeln. Wenn man dann hinterher versucht, dass Bild nochmal zu zeichnen kriegt man es nie wieder so hin wie auf dem karierten... es sei denn man hat Transparentpapier. (Kööööönnte man zwar als "Schummelei" betrachten, aber hey- Murphys Law würde ansonsten bewirken, dass der Öffentlichkeit die schönsten Bilder vorenthalten werden weil sie auf einem Karoblock versumpfen. glad.gif )
2. Vorteil: Das Papier ist reißfest
Auch dieses Problem sollte allen eifrigem Malern bekannt sein. Man zeichnet munter vor sich hin und es gibt da diese eine Stelle... die will nicht so wie man selbst will. Ein paar mal radiert, und herkömmliches Druckerpapier sieht "fusselig" aus und ist fast durchgewetzt. Wegen der aufgerauten Struktur bleibt der Stift um so intensiver darauf zurück, was mit den verblieben Schlieren die der Radierer nicht wegbekommen hat zusammen einfach bescheiden aussieht.
Da das Transparentpapier dicker ist als das normale, zeigt es sich sogar dann relativ unbeeindruckt, wenn man mit der "rauen" Seite des Radiergummis darauf rumrubbelt. Das beste daran ist, dass es sogar zuvor fest aufgedrückten Buntstift wieder restlos entfernt und hinterher nicht fusselig ist. Ich hab echt schon viel darauf radiert und habe es (trotz intensiver Bearbeitung mancher Stellen) noch nicht geschafft, das Papier durch zu wetzen. rolleyes.gif
So, genug Werbung für Transparentpapier. Jetzt folgen erst einmal ein paar Kleinigkeiten die beim Umgang mit dem Papier zu beachten wären.
Zunächst einmal lege ich mir- nachdem ich das Motiv skizziert habe, ein Blatt weißes Papier unter das Transparentpapier. Das hat folgenden Hintergedanken: Da das Papier nicht reinweiß sondern leicht grau- braun ist, sieht man nicht immer auf den ersten Blick, wo man Farbe deckend aufgetragen hat. Mit der weißen Unterlage funktioniert das aber ganz gut.
Wenn alle "bunten Farben" aufgetragen sind, kommt meine persönliche "Lieblingsaufgabe" *trockenhust*:
Als erste schnapp ich mir mal meinen Radierstift (ebenfalls ein sehr empfehlenswertes Zeichenutensiel. Kostet ca. 1-2 Euro im Fachhandel- nehmt unbedingt die doppelseitigen mit rauem und weichen Kern.) und radiere sämtliche Flächen die hinterher weiß werden sollen sorgfältig ab. Auch wenn ihr keine Verunreinigungen sehr- sie sind da! Nehmt euch die Zeit hierfür, sonst wird alles schlierig- grau und nicht weiß, der Scanner ist da sehr nachtragend und kennt keine Gnade ;)
Wenn diese Arbeit fertig ist schnapp ich mir dann den weißen Buntstift und zeichne alles weiße nach. Vergesst hierbei so Kleinigkeiten wie Zähne, Augäpfel oder auch die Glanzpunkte in den Augen nicht, sonst sehen die Figuren aus wie Piraten mit gelbsucht.
So, soviel erst mal von mir. Weitere Erfahrungen könnt ihr dann ja selbst sammeln.
Drei kleine Hinweise noch
1. Fangt (von der weiß mal abgesehen) mit den hellen Farben an und arbeitet euch ins dunkle vor, damit ihr die schwarz nicht in Flächen verwischt, die eigentlich gelb sein sollen. (Klingt logisch, gell?)
2. Um nochmal Schleichwerbung zu machen: Die besten Buntstifte, die ich bis jetzt finden konnte, sind eindeutig die Aquarellstifte von Faber Castell. (Diejenigen, die man trocken und nass verwenden kann.
3. Sehr illustrativ wird über das Colourieren von Bildern in Kim und Pierres
Tutorium über Macoel eingegangen, schaut da doch mal rein, die beiden freun sich sicher.
So, mit diesen Tips kann nichts mehr schiefgehen. Ich freu mich auf massig Buntbilder auf Transparentpapier in naher Zukunft.